Die Führungsaufgaben teilen sich jetzt sechs Ressortleiter. Der ehemalige Vorsitzende Walter Caselitz ist inzwischen 81 Jahre alt, möchte aber noch einiges bewegen - vor allem in Sachen Museumseisenbahn.

Das ist Vergangenheit: Die Museumseisenbahn fährt schon seit Jahren nicht mehr zum Besucherbergwerk Kleinenbremen. Wenn es nach Walter Caselitz geht, wird sich das ändern. © Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Kleinenbremen. Walter Caselitz (81) hat die Hälfte seines Lebens in den Dienst des 1982 gegründeten Heimatvereins Kleinenbremen gestellt, von 1994 an als Vorsitzender. An der Spitze steht er seit der jüngsten Jahreshauptversammlung auf eigenen Wunsch nicht mehr. Als starker Mann gilt nun Tobias Halver, der neu gewählte Vorstandssprecher. Einen Vorsitzenden gibt es nicht mehr.

„Ich kann jetzt endlich meinem Hobby nachgehen“
Walter Caselitz wird aber trotzdem weitermachen - als Vorstand Brauchtum/Kulturelles Erbe. „Ich kann jetzt endlich meinem Hobby nachgehen“, freut er sich. „Als Vorsitzender hatte ich noch viele andere Sachen zu erledigen, vor allem Büroarbeit.“ Auf sich allein gestellt ist Caselitz als Ressortleiter nicht. Zu seinem Team gehören Ortsheimatpfleger Wolfgang Karras, Angelika Heine von der Dorfwerkstatt, Stefan Bultemeier und Friedrich Meier.

Seine Ziele? Caselitz möchte, dass die Museumseisenbahn wieder wie früher vom Bahnhof Minden-Oberstadt bis zum Besucher-Bergwerk in Kleinenbremen fährt. „Das lässt mir keine Ruhe“, bekennt er. Außerdem will sich Caselitz dafür einsetzen, den ausgemusterten Triebwagen zurückzuholen, um Besucher unter Tage zu bringen, wo diese dann in die Grubenbahn umsteigen - ebenfalls wie früher. „Dies wären meine obersten Ziele“, fasst er zusammen.


Neues Mundloch eine Alternative zum Triebwagen?
Eine Alternative zum Triebwagen sieht Caselitz in der Öffnung eines neuen Mundlochs nahe der Grillhütte im Steinbruch. Dort könnten Gäste mit der Grubenbahn von Übertage nach Untertage ins Bergwerk einfahren. Zurzeit gingen die Besucher zu Fuß bis zum bestehenden Mundloch, das bei Führungen auch die Bergführer vorgesehen sei.


Wachwechsel: Walter Caselitz (rechts) übergibt Tobias Halver, dem neuen Vorstandssprecher des Heimatvereins, die Schlüssel für beide Mühlen. - © privat

Walter Caselitz hat die Themen Museumseisenbahn und Triebwagen mehr als einmal angesprochen - bisher ohne Erfolg. Trotzdem will er weiterhin „nicht locker lassen und Gleichgesinnte motivieren“. In dem 2015 ausgemusterten Triebwagen, der früher vor dem Museumsgebäude an der Rintelner Straße auf Fahrgäste wartete, sieht er auch einen Hingucker, der Menschen neugierig macht und sie ins Besucher-Bergwerk lockt.

Verein will auch den Tourismus voranbringen
Die Museumseisenbahn fährt seit Jahren nicht mehr nach Kleinenbremen, was auch daran liegt, dass die Umfahrweiche vor dem Gebäude defekt ist. „Für das Bergbaumuseum wird zurzeit ein Haufen Geld ausgegeben - aber nur zur Sanierung des Baukörpers“, kritisiert Caselitz.

Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch das Voranbringen des Tourismus. „Wir wollen die Wanderwege vervollständigen, außerdem an heutigen und auch einigen Orten früherer Sehenswürdigkeiten weitere Info-Schilder anbringen“, erklärt er. Gemeint sind die ehemaligen Standorte von Niedermöller-Mühle (Am Mühlenkamp) und der Ölmühle nahe des Schützenhauses, die es beide nicht mehr gibt, sowie Besucher-Bergwerk und Lohmannsches Backhaus. Angebracht sind solche Info-Schilder bereits an der Kirche, Hartings Mühle, der Mönkhoffschen Mühle und am Meierhof-Backhaus neben der Grundschule.

Verein hat eine völlig neue Struktur
Unterdessen hat sich der Heimatverein 43 Jahre nach seiner Gründung eine völlig neue Struktur gegeben. An die Stelle des bisherigen Vorstandes mit zwei Vorsitzenden sind sechs gleichberechtigte Ressortleiter getreten. Vorstandssprecher ist Tobias Halver, Finanzvorstand Jürgen Lewek, Vorstand Gebäude/Infrastruktur Peter Flore, Vorstand Events/Veranstaltungen Regina Rinne und Vorstand IT/Öffentlichkeitsarbeit Norbert Gerntrup. Den geschäftsführenden Vorstand bilden Tobias Halver und Jürgen Lewek.

Die Umstrukturierung war nötig geworden, weil der Heimatverein, der nahezu 220 Mitglieder hat, personell an seine Grenzen gestoßen war. Ihm drohte zwischenzeitlich die Auflösung, weil er Probleme hatte, alle Vorstandsämter zu besetzen. Durch den Umbau des Vorstands wird die Arbeit nun auf mehr Schultern verteilt. Der TuS Kleinenbremen praktiziert das Ressort-Modell bereits seit 2022 und diente dem Heimatverein damit als Vorbild.

Stolze Bilanz: Sanierung von Mühlen und Backhäusern
In die nun zu Ende gegangene Amtszeit des Vorsitzenden Caselitz fällt unter anderem die Sanierung von jeweils zwei Mühlen und Backhäusern, die gleichzeitig neu genutzt und so mit Leben gefüllt wurden, zum Beispiel an den Mahl- und Backtagen. Zurzeit läuft der Umbau des früheren Müllerhauses von Hartings Wassermühle, wo bis Ende 2026 ein Dorfcafé und das ebenfalls geplante digitale Dorfmuseum einziehen sollen.

Mit 81 noch jeden Tag in der Firma
Genug zu tun hätte Walter Caselitz auch ohne den Heimatverein, denn er fährt trotz seiner 81 Jahre noch jeden Tag zum Arbeiten in die Firma. „Ich mache weiter, so lange es meine Gesundheit erlaubt“, kündigt er mit Blick auf den Verein an. Seine Motivation zieht er aus dem Zuspruch, der von Einheimischen und Auswärtigen gleichermaßen kommt.

„Nicht nur das, sondern auch die Liebe zur Heimat und zu Kleinenbremen haben mein Leben bereichert“, sagt Caselitz, der 1982 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehörte: „Wir wollten das Dorf für Bewohner und Besucher attraktiv machen“, erinnert er sich und kommt zu dem Schluss: „Das ist uns gelungen.“

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