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Das dreitägige Event im Juli 2026 ist eine Premiere für das Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen. Die Veranstalter erwarten bis zu 10.000 Besucher. Eine gläserne Bühne und eine beschränkte Farbauswahl bei der Illumination sollen den geschützten Tierarten auf dem Gelände gerecht werden.
In der Nähe dieser Lore wird die Hauptbühne stehen. © Thomas Lieske Porta Westfalica-Kleinenbremen. Still steht die rostige Lore mitten auf dem Gelände des Besucherbergwerks Kleinenbremen. Dass hier in siebeneinhalb Monaten vermutlich mehrere Tausend Konzertbesucher zu den Songs der Girlband No Angels tanzen werden, ist an diesem tristen Mittwochnachmittag im November nicht vorstellbar. Aber der Plan steht, und zwar nicht nur mit den Sängerinnen, die ihre erfolgreichste Zeit Anfang der 2000er erlebten. Ein dreitägiges Festival mit Pop-, Klassik- und Techno-Musik soll die Menschen vom 2. bis 4. Juli 2026 nach Kleinenbremen locken. Die Umstände der Veranstaltungspremiere sind durchaus ungewöhnlich, verrät Festivalleiter Patrick Zander, der in Minden vielen als Gastronom des Cafés Paulette Paris und als Betriebsleiter von L.A. Basta bekannt ist. „Eigentlich sucht man als Veranstalter ja die Sponsoren. Dieses Mal ist die Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica als Hauptsponsor auf uns zugekommen.“ Das schaffe eine Luxussituation, von der jeder Großveranstalter träumen dürfte. Und noch etwas passt nicht in den normalen Ablauf einer Veranstaltungsplanung: Der Haupt-Act, die No Angels, kam erst während der laufenden Planung dazu. „Plötzlich war da ein dritter Veranstaltungstag“, sagt Matthias Paschke, Vorstand der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica, während eines Pressegespräches am Besucherbergwerk. Für den Mann der Zahlen ist das aber kein Problem: „Man muss heutzutage ja open-minded sein, also für alles offen.“
Vorstellung des Festivals: Veranstalter und Sponsoren präsentieren das Plakat für das bevorstehende Musikevent in Porta Westfalica. - © Thomas Lieske Den Joker mit der Band aus den 2000ern konnte Zander über seine enge private Verbindung zu Reality-Star Gina Lisa Lohfink ausspielen. „Gina Lisa hat mir die Handynummer von Sängerin Lucy gegeben und dann habe ich sie einfach angerufen“, erzählt Zander. So weit, so ungewöhnlich. Er selbst sei leicht überrascht gewesen, als dann tatsächlich die Zusage für Porta Westfalica kam. „Das ist ja nicht Bielefeld oder Hannover, sondern irgendwo dazwischen.“
Auch die Hütte und der Brecherturm werden mit einbezogen. - © Thomas Lieske Apropos Stollen: Die Elritze wird am dritten Festivaltag mit Techno-Musik unter Tage einen durchaus ungewöhnlichen Ort zum Tanzen bieten. Gleich vier Tanzflächen soll es geben, die sich über das gesamte Gelände verteilen und mit unterschiedlicher Musik von DJs bespielt werden. Ungewöhnlicher Ort, großer Aufwand: Die Kulisse von Bergwerk und Steinbruch sei ebenso beeindruckend wie schützenswert, betont Bergwerk-Geschäftsführer Daniel Schmidt. „Wir mussten uns hier mit zahlreichen Behörden abstimmen. Da geht es um Rettungswege, aber auch um Fledermauspopulationen.“ Auf Letztere nehme der Veranstalter, die CD GmbH aus Minden unter Geschäftsführer Martin Franken, vor allem bei der Lichtshow Rücksicht. „Wir setzen Farben ein, die besonders fledermausfreundlich sind“, betont Zander. Und: Es sollen genügend Schattenflächen bei der Illumination des Geländes eingeplant werden. Das Kreisumweltamt habe jedenfalls grünes Licht gegeben.
Hier findet im kommenden Jahr das Bergwerksfestival statt. - © Thomas Lieske Das dreitägige Festival ist ein Novum für Porta Westfalica, erst recht für Kleinenbremen. Über den finanziellen Aufwand wollen Zander und Franken im Vorfeld nicht sprechen, „das wäre unseriös“. Aber: Es gibt die Option auf weitere ähnliche Veranstaltungen in den Folgejahren, wenn die Idee aufgeht. Immerhin betreibe der Veranstalter allein mit dem Sicherheitskonzept einen großen Aufwand. „Das macht man nicht dafür, dass das Ding eine Eintagsfliege bleibt“, wirft Portas Bürgermeisterin Anke Grotjohann ein. Ihr steht die Vorfreude an diesem Nachmittag beim Gespräch am Bergwerk ins Gesicht geschrieben. Die Stadt erhofft sich, dass die gesamte Anlage überregional große Aufmerksamkeit erlangt. Auch weil am Samstag, 4. Juli, zahlreiche prominente Gäste aus ganz Deutschland erwartet werden, die aus Funk und Fernsehen bekannt sein sollen. Namen nennt Zander auf Nachfrage aber noch nicht. Dafür präsentiert er bereits Details zum Veranstaltungsgelände. Die Hauptbühne soll zentral auf dem Steinbruchgelände stehen und durch Glaselemente die Felsenkulisse ins Bühnenbild einbinden. Ebenso werde der stillgelegte Brecherturm, der von der Straße als Markenzeichen des Geländes zu erkennen ist, als Bildelement berücksichtigt. Auf ein Feuerwerk verzichtet der Veranstalter hingegen. Die Akustik werde jedenfalls „einzigartig“ sein, vermutet Grotjohann - egal ob Techno unter Tage oder Klassik und Pop im Steinbruch.
Nach mehreren kurzen Trennungen treten die No Angels zu viert auf. - © imago/Future Image Und wie sieht es mit den Besucherzahlen aus? „Wenn wir rund 10.000 Leute an drei Tagen nach Kleinenbremen bekommen, dann sind wir auf jeden Fall zufrieden“, sagt Patrick Zander. „Aber auch, wenn es 8.000 sind“, betont Matthias Paschke. Ein Drittel der Karten allein für die No Angels sei bereits über den Tresen gegangen, „wir rechnen damit, dass das Konzert bald ausverkauft sein wird“. Auch die anderen beiden Festivaltage sind nun im Vorverkauf. Die Aufregung bei allen Beteiligten ist jedenfalls schon jetzt sehr groß. Wie viele Besucher es am Ende werden, hänge auch stark vom Wetter ab - das Festival „Umsonst und Draußen“ ist wetter- und zuschauertechnisch 2025 quasi baden gegangen. „Bei gutem Wetter kommen bestimmt mehr als 10.000 Leute. Schnee können wir jedenfalls ausschließen - und damit sollte der Ostwestfale durchaus zufrieden sein“, scherzt Anke Grotjohann. Tickets gibt es für alle drei Veranstaltungstage beim express-Ticketservice, Obermarktstraße 26-30, in Minden. Tickethotline: 0571-88277. Online, als print@home, kann man Karten bequem über https://www.express-ticketservice.de/tickets buchen. |




