20 Jahre nach der ersten Beschwerde von genervten Anwohnern hat die Bückeburger Straße jetzt stellenweise eine neue Asphaltdecke bekommen.

Endlich: An zwei Stellen hat die Bückeburger Straße eine neue Asphaltdecke bekommen. © Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Kleinenbremen. Zwei Jahrzehnte lang haben Anwohner der Bückeburger Straße am Kleinenbremer Ortseingang mit Verkehrslärm gelebt, verursacht durch maroden Straßenbelag an mehreren Stellen und eine Senke in der Fahrbahn. Jetzt müsste das Problem gelöst sein.

Vorher wurde immer nur geflickt

Auf zwei Teilstücken von zusammen ungefähr 100 Metern - eins am Ortseingang, das andere an der Einmündung Feldrain - hat die Straße eine neue Asphaltdecke bekommen. Innerhalb weniger Tage hatte die von Straßen NRW beauftragte Baufirma diese Arbeiten erledigt. Vorher waren die Stellen immer nur geflickt worden, was vorübergehend für Entlastung sorgte, nicht aber dauerhaft.


Helga Wenzel ist fleißig am Petersilie schnippeln. - © Denise Kunze

Jörg Achilles (SPD), seit 2014 Vorsitzender des Bezirksausschusses, hatte das Thema seither immer mal wieder auf die Tagesordnung gesetzt und auch über die Stadtverwaltung bei Straßen NRW nachgehakt. Im Herbst 2021 empfahl der Bezirksausschuss (BZA) einen Ortstermin, an dem Anwohner sowie Abgesandte der Stadt und von Straßen NRW teilnehmen sollten. „Diesen Ortstermin hat es nie gegeben“, berichtet der Vorsitzende. „Ich kann verstehen, dass die Anwohner uns immer wieder angerufen haben.“

„Man hebt vor Schreck fast ab“, berichtete ein Anwohner

Am meisten Krach machten früher die Lastwagen. „Wenn man auf dem Sofa sitzt oder im Bett liegt, hebt man vor Schreck fast ab“, hatte ein Anlieger vor vier Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. „Das Haus dröhnt“, erklärte ein anderer, der einmal mitgezählt hat: „Zwischen drei und vier Uhr nachts fuhren sechs bis acht Lkw drüber.“ Maximiliane Plöger, die als Pressesprecherin von Straßen NRW für Ostwestfalen-Lippe zuständig ist, hat genauere Zahlen parat: Demnach sind auf der Bückeburger Straße pro Tag im Durchschnitt 5.560 Autos und 184 Lkw unterwegs.

Zum ersten Mal hatten sich die genervten Anwohner im Sommer 2005 in einem Schreiben an die Stadt Porta Westfalica über „zunehmende Verkehrsbelästigung“ durch Lärm beschwert, den vor allem Lastwagen erzeugten. Das städtische Ordnungsamt leitete die Beschwerde an den dafür zuständigen Landesbetrieb weiter, der damals noch Straßenbau NRW hieß. Im Herbst 2021 empfahl der Bezirksausschuss jenen Ortstermin, an dem die betroffenen Anwohner sowie Abgesandte der Stadt Porta Westfalica und des Landesbetriebes Straßen NRW teilnehmen sollten, der aber nie zustande kam.

Warum hat das nur so lange gedauert?

Mehr als 20 Jahre von der ersten Beschwerde bis zur Sanierung - warum hat das so lange gedauert? „Unsere Straßenmeistereien führen regelmäßig Streckenkontrollen durch“, erklärt Maximiliane Plöger. „In diesem Rahmen haben Mitarbeiter des Unterhaltungsdienstes die Schadstellen mit Kaltasphalt verfüllt.“ Dies, so die Pressesprecherin von Straßen NRW, diene in erster Linie dazu, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, sei aber natürlich nicht mit einer grundhaften Sanierung vergleichbar.

Parallel dazu gebe es einen so genannten Flickenkatalog. „Das ist ein Sammler, in dem diverse Straßen/Schadstellen im gesamten Einzugsgebiet unserer Regionalniederlassung gelistet und dann gemeinsam ausgeschrieben werden“, wie Plöger erläutert. „Die Firma, die den Zuschlag bekommt, arbeitet Schadstellen nach und nach ab. Die Meisterei meldet Schadstellen an den Kollegen in der Abteilung Betrieb und Verkehr, der wiederum stellt dann Listen zusammen.“

Der Zustand befinde sich „im grünen bis gelben Bereich“

Die Bückeburger Straße sei also zunächst im wahrsten Sinne des Wortes von der Meisterei bearbeitet, dann in den Flickenkatalog aufgenommen und schließlich dieses Jahr repariert worden, fasst die Sprecherin zusammen. Weitere Maßnahmen seien dort nicht vorgesehen. Begründung: Die Daten der Zustandserfassung und -bewertung, kurz ZEB, lägen „im grünen bis gelben Bereich“. Gelb werde dabei „nur vereinzelt überschritten“. t worden, was vorübergehend für Entlastung sorgte, nicht aber dauerhaft.

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