„Glückauf Kleinenbremen“ heißt der Förderverein, dessen Vorsitz Landrat Ali Dogan übernommen hat. Er gibt viel zu tun: Sponsoren und Spender gewinnen, Fördermittel beantragen, Netzwerke aufbauen, den Betrieb unterstützen, Bildungsprogramme fördern und natürlich Mitglieder werben.

Vor dem Eingang zum Museum: Vorstand und Beirat des Fördervereins „Glückauf Kleinenbremen“ mit anderen Akteuren. Dritter von links Vorsitzender Ali Dogan, rechts daneben sein Vize Dietmar Lehmann. © Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Kleinenbremen. Besucherbergwerk und Museum steht neuerdings ein Förderverein zur Seite. Sein Name: „Glückauf Kleinenbremen“, benannt nach dem Bergmannsgruß. Vorsitzender ist Landrat Ali Dogan. „Das ist unser Baby“, legt Dogan ein Bekenntnis zu Besucherbergwerk und Museum ab. Er habe „sehr gerne zugesagt, den Vorsitz des Vereins zu übernehmen“. In einem Pressegespräch hat der Vorstand jetzt Ziele und Aufgaben vorgestellt. „Glückauf Kleinenbremen“ will Sponsoren und Spender gewinnen, Fördermittel beantragen, Netzwerke aufbauen, den Betrieb unterstützen, Bildungsprogramme fördern und natürlich Mitglieder werben.

Vereinen will sämtliche Schulen im Mühlenkreis ansprechen

Es gibt viel zu tun. „Wir müssen fast alle Schulen im Kreis ansprechen und versuchen, sie als Bildungspartner zu gewinnen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Dietmar Lehmann, der ein halbes Jahr lang kommissarischer Geschäftsführer von Besucherbergwerk und Museum war und auch als WP-Ratsherr in Porta Westfalica bekannt ist.

So will der Förderverein Bildungsangebote oder Workshops unterstützen und finanzieren, die speziell auf Schulen zugeschnitten sind, um das Wissen über die Bergbaugeschichte zu vertiefen. Insbesondere gilt dies für Programme aus dem Bereich Erinnerungskultur, also den Umgang mit Portas NS-Vergangenheit. Dazu passt, dass demnächst Führungen in einen Teil jener Bereiche der stillgelegten Erzgrube angeboten werden, wo gegen Ende des Zweiten Weltkriegs unter der Tarnbezeichnung „Elritze“ eine unterirdische Fabrik des Flugzeugherstellers Focke-Wulf entstehen sollte.

Bergwerk und Museum sollen sich als „dritter Ort“etablieren

Außerdem sollen verstärkt ehrenamtliche Helfer des Fördervereins eingebunden werden, zum Beispiel bei größeren Veranstaltungen wie dem Handwerkermarkt (der 2025 ausfällt) oder internationalen Symposien. Gedacht ist beispielsweise an Hilfe beim Auf- und Abbau oder die Betreuung von Schulklassen und Gruppen bei Sonderführungen. Auch bei der Pflege der Außenanlagen könnten sich Ehrenamtliche engagieren. All dies ist Teil des Bestrebens, „eine Brücke zwischen öffentlicher Förderung und bürgerschaftlichem Engagement zu schlagen“.

Gefördert werden sollen Bergwerk und Museum auch als „dritter Ort“. Darunter versteht man Orte der Begegnung für möglichst viele Gruppen, die vornehmlich für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Von zentraler Bedeutung, so heißt es, sei dabei eine enge Kooperation mit dem Kleinenbremer Heimatverein und der Dorfwerkstatt.

Im Beirat sitzt auch Grundschulleiterin Inna Braun

Zum Vorstand des Fördervereins gehören außer Ali Dogan und Dietmar Lehmann noch Schatzmeister Thorsten König und Schriftführerin Dr. Petra Spona. Im Beirat vertreten sind Inna Braun für die Grundschule Kleinenbremen, Tobias Debbe (Stadt Porta Westfalica), Angelika Heine (Heimatverein Kleinenbremen), Sarah Hohmeier-Bierwirth (Bezirksausschuss Kleinenbremen/Nammen/Wülpke) sowie Axel Wohlgemuth als Bürgermeister der Stadt Bückeburg. Maßgeblich vorangetrieben, so Dogan, habe das Projekt Florian Staab, der Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Der Verein ist seit März eingetragen, hat kürzlich seine Arbeit aufgenommen und versteht sich als „starker Partner“, der sich „aktiv für Erhalt und Weiterentwicklung“ der Einrichtung einsetzt. Besucherbergwerk und Museum sollen „ideell und finanziell“ unterstützt werden. An der gemeinnützigen Gesellschaft ist zu 83,3 Prozent der Kreis Minden-Lübbecke beteiligt, die Stadt Porta Westfalica zu 16,7 Prozent.

Mehr als zehn Millionen Euro für die Neugestaltung

Finanziell ist die gGmbH recht gut aufgestellt, nachdem mit mehrheitlichen Beschlüssen von Kreistag und Portaner Rat die letzten Hürden vor der geplanten Sanierung genommen worden sind. Beide Gremien hatten für den zwingend nötigen Eigenanteil der Kommunen gestimmt. Mehr als zehn Millionen Euro sollen in die Neugestaltung des Areals, die energetische Sanierung der Gebäude und ein neues touristisches Konzept gesteckt werden. Aus Fördertöpfen fließen dafür unterm Strich rund 8,6 Millionen Euro.

Ali Dogan sieht dies als Investition in den ganzen Kreis und dessen Entwicklung – nicht nur in die Einrichtung selbst. „Wir blicken positiv in die Zukunft und sind stolz, dass wir das Besucher-Bergwerk haben und so viele Menschen hier engagiert sind“, betonte er. Ein Bekenntnis legte auch Bürgermeisterin Anke Grotjohann ab. „Ich bin ein 100-prozentiger Fan dieses Ortes“, sagte sie. „Dass es auch eine energetische Sanierung geben wird, freut mich unglaublich.“

Übrigens: Beim Kleinenbremer Dorfmarkt am Sonntag, 21. September, ist auch der Förderverein mit einem Stand vertreten. Der Vorstand will die Gelegenheit nutzen, mit Einwohnern und Gästen ins Gespräch zu kommen.

www.bergwerk-kleinenbremen.de 

„Copyright: Mindener Tageblatt. Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion“