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Dass die Millionen aus Fördermitteltöpfen fließen werden, steht bereits fest. Doch als Gesellschafter müssen Kreis und Stadt Porta Eigenanteile zahlen. Dafür gab’s nun grünes Licht.
Eher trist wirkt das Ensemble rund um das Besucherbergwerk in Kleinenbremen bisher. Das soll sich mit der millionenschweren Förderung ändern. © Alex Lehn Porta Westfalica-Kleinenbremen. Das Millionenprojekt Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen hat in dieser Woche die letzte entscheidende Hürde genommen. Nach dem mehrheitlichen Beschluss des Kreistags in der vergangenen Woche hat nun auch der Portaner Stadtrat für den zwingend erforderlichen Eigenanteil der Kommunen gestimmt – und zwar einstimmig bei Enthaltung der FDP. Die Mitglieder hätten „Bauchschmerzen angesichts des Eigenanteils“ in finanziell angespannten Zeiten. Mehr als zehn Millionen Euro sollen die Neugestaltung des Areals in Kleinenbremen sowie die energetische Sanierung der Gebäude und ein neues touristisches Konzept kosten. Für die Sanierung der Gebäude sind Gesamtkosten von acht Millionen Euro vorgesehen, 80 Prozent davon werden über Fördermittel abgedeckt (6,4 Millionen Euro). Für das neue touristische Konzept sind Investitionen in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro geplant, die Förderung beträgt rund 2,2 Millionen Euro. Die beiden Gesellschafter, der Kreis und die Stadt Porta, müssen jeweils einen gewissen Eigenanteil an den Summen aufbringen. AfD, FDP und drei CDUler stimmten im Kreis dagegen Der Kreistag hat seine Zustimmung für die millionenschwere Neuausrichtung mit großer Mehrheit schon in der vergangenen Woche gegeben. Lediglich AfD, FDP sowie drei CDU-Mitglieder waren dagegen, dass der Kreis sich mit einem Eigenanteil von insgesamt rund zwei Millionen Euro an der energetischen Sanierung sowie der touristischen Neukonzeptionierung beteiligt. Während der Beratung tauschten Befürworter und Kritiker vor der finalen Beschlussfassung noch einmal Argumente für beziehungsweise gegen diese Millionen-Investitionen aus – FDP und AfD nannten vor allem die prekäre Haushaltslage des Kreises als Argument dagegen. Am Ende gab es aber eine breite Mehrheit, den nicht unerheblichen Geldbetrag für die Neuausrichtung in die Hand zu nehmen. „Die Förderbescheide sind für uns ein Sechser im Lotto“, meinte Florian Staab, CDU-Kreistagsmitglied und Vorsitzender im Aufsichtsrat des Bergwerks. So eine Chance bekomme man kein zweites Mal, es sei ein „Jetzt-oder-nie-Projekt“. Porta: FDP meldet Bauchschmerzen an In Porta hat die FDP in den vergangenen Monaten immer wieder alle Zahlen kritisch hinterfragt und angemahnt, spätestens jetzt ein solides Finanzierungskonzept aufzustellen, damit die Millionen in Kleinenbremen – salopp gesagt – nicht versenkt werden. Aufgrund dieser Skepsis zeigten sich die Freien Demokraten bisher eher zurückhaltend. Bei der Abstimmung am Montag im Stadtrat zeigten sie dann aber Kompromissbereitschaft: „Wir wissen um die Problematik des Bergwerkes, finden es auch prima, dass wir so eine große Fördersumme bekommen haben“, erklärte Fraktionschefin Cornelia Müller-Dieker. „Nichtsdestotrotz haben wir immer noch Bauchschmerzen, was den Eigenanteil insbesondere im Hinblick auf die Kreisfinanzen betrifft.“ Das Besucherbergwerk sei auch für die FDP „wichtig und stellt ein stückweit Heimat/Kultur und Tourismus da, aber ob es klug ist, in solch finanziell angespannten Zeiten siebenstellige Beträge in ein Projekt zu stecken“, sei fraglich. Die Freien Demokraten wollten aber einem einstimmigen Beschluss nicht im Weg stehen und enthielten sich daher nur ihrer Stimme. Gebäude müssen saniert werden Mit dem positiven Votum von Kreis und Stadt kann es also nach offizieller Bewilligung der Förderung – bisher hat die Jury nur die positive Vorauswahl getroffen, die aber als Zusage gilt – in Kleinenbremen losgehen. Eine energetische Sanierung hat vor allem das Museumsgebäude aus den 1930er-Jahren nötig. Zuletzt wurde aus Kostengründen nur noch die untere Etage geheizt. Und selbst das bezeichnete die vor Kurzem ausgeschiedene Geschäftsführerin Dr. Tanja Hasselberg als Kostenfresser. Feuchtigkeits- und Marderschäden setzen dem Gebäude ebenso zu. Hier müsse dringend etwas passieren. Das gilt auch für das eher angestaubte Museumskonzept. Die Inhalte der Bergwerksgeschichte aus Kleinenbremen sollen erlebbar werden, Angebote sollen erweitert, Kooperationen ausgebaut werden. Ziel sei es, die Besucherzahlen deutlich zu steigern, um nachhaltig bessere Einnahmen zu erzielen. Das Museum soll zudem überregional noch bekannter werden. Neuer Geschäftsführer freut sich auf die Aufgabe Gerade wegen der hohen Fördersumme aus öffentlichen Töpfen werden sich die Verantwortlichen spätestens in einigen Jahren an ihren Zielen messen lassen müssen. Aus der Politik auf Kreis- und Stadtebene ist schon jetzt zu vernehmen, dass man genau hinschauen werde, wie sich das Bergwerk mit Museum entwickeln wird. Der neue Geschäftsführer Daniel Schmidt, der vorerst als Interimsgeschäftsführer übernommen hat, freue sich auf genau diese herausfordernde Aufgabe, sagte er vor wenigen Tagen in einem MT-Interview. Die Konzepte dafür sind jedenfalls schon geschrieben. Sie müssen nun in die Tat umgesetzt werden. |
