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Aktuell erwirtschaftet der Verein bei der Betreuung von Grundschülern ein monatliches Minus. Der Antrag sorgte trotzdem für Irritationen. Erst vor Kurzem gab die Politik eine Einmalzahlung frei.
Basteln, malen, Sport oder Hausaufgaben erledigen: Die Kinder haben zahlreiche Möglichkeiten in der Ganztagsbetreuung in Kleinenbremen. Symbolbild: © dpa Porta Westfalica-Kleinenbremen. Der Betreuungsverein Kleinenbremen, der sich um die Ganztagsbetreuung der dortigen Grundschüler kümmert, braucht dringend Geld. Gestiegene Kosten und mehr Personal führen dazu, dass die Rechnung aktuell nicht mehr aufgeht. Die Stadt soll Geld nachschießen. Mit diesem Szenario sah sich vor Kurzem der Bildungsausschuss konfrontiert. Das sorgte für eine lange Debatte. Die Kurzversion: Es gab Irritationen. Denn nur wenige Wochen zuvor hatte ein anderes politisches Gremium bereits Gelder für den Verein freigegeben. Von dem weiteren Finanzmittelbedarf sei dort nicht die Rede gewesen, waren einige Politiker im Bildungsausschuss überzeugt – allen voran Karl Erich Schmeding (CDU). Er hätte sich gewünscht, dass das schon bei der ersten Beratung klarer angesprochen wird. Laut Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe lag der Politik aber auch zur ersten Abstimmung schon eine Information zum weiteren Bedarf des Vereins vor. 73 Kinder werden aktuell betreut Der Betreuungsverein kümmert sich in diesem Schuljahr um 73 Kinder am Standort Kleinenbremen. Die Jungen und Mädchen werden direkt neben der Schule in der früheren Mönkhoff-Scheune betreut. Dabei können sie Hausaufgaben erledigen oder basteln, malen, werken, kochen, backen sowie Sport treiben. Dafür stehen derzeit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, heißt es vom Verein. Der Personalschlüssel sei von sechs um drei weitere Mitarbeiter erhöht worden. Auch das verursache höhere Kosten als bisher. Außerdem seien die allgemeinen Kosten in der Betreuung gestiegen. Bisher erhält der Verein von der Stadt einen jährlichen Zuschuss von 8.600 Euro. Der soll nun um 16.000 auf dann 24.600 Euro erhöht werden. Zuletzt gewährte die Politik bereits eine Einmalzahlung zum Ausgleich akut angefallener Kosten. Landesmittel eher gering Daneben erhalten die Aktiven Landesmittel in Höhe von 7.500 Euro pro Jahr. Den Rest steuern Elternbeiträge dazu. Die belaufen sich insgesamt auf rund 5.500 Euro pro Monat. Die monatlichen Ausgaben betragen jedoch etwa 8.250 Euro. Damit ergibt sich aktuell ein Minus. Die Stadt soll nachschießen. Doch ganz so einfach wollten einige Politiker den Antrag des Vereins nicht hinnehmen. Die Unterdeckung in der Rechnung habe sich nicht von jetzt auf gleich ergeben, so das Argument. Die finanzielle Schieflage hätte früher erkannt werden müssen, um rechtzeitig mit Maßnahmen gegensteuern zu können. Genau das fordert die Politik nun auch vom Verein, bevor das zusätzliche Geld fließen soll. Elternbeiträge werden wohl steigen Ein Vertreter der Betreuung sagte nun zu, dass die Elternbeiträge überarbeitet werden sollen. Zudem ergäben sich derzeit Unsicherheiten aus den Kündigungsmodellen für die Betreuung. Das solle verlässlicher für den Verein gestaltet werden. Gerade in Klasse 4 will der Verein zukünftig darauf pochen, dass die Betreuung frühestens zum Halbjahr, wenn nicht sogar erst zum Schuljahresende gekündigt werden kann. Grundsätzlich herrsche unter den Eltern für die Arbeit des Betreuungsvereins eine hohe Akzeptanz, betont Ulrike Luthe. Das bestätigt auch die Stadtschulpflegschaft Porta. Gerade mit seinem flexiblen Angebot, die Kinder bis 14.30 oder wahlweise 16.30 Uhr nach der Schule zu betreuen, würden die Bedarfe vieler Eltern abgedeckt. Höhere Landespauschale wird nicht in Anspruch genommen Würde die Stadt die finanzielle Förderung zum Sommer aufstocken – bis dahin muss laut Ulrike Luthe ein verlässlicher Beschluss stehen, damit der Verein weiter planen kann -, dann stehen ihm insgesamt 32.100 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Eigentlich gibt es für die Ganztagsbetreuung deutlich höhere Pauschalen pro Kind und Jahr vom Land. Warum der Verein diese Gelder nicht in Anspruch nehme, war eine weitere Frage aus dem Gremium. Dafür müsse das Angebot gewisse Qualitätsmerkmale erfüllen, die das Gesetz auferlegt. Dazu würden auch jeden Tag Mindestbetreuungszeiten zählen, die der Verein jedem Kind gewährleisten müsste. Die aktuelle flexible Handhabung erfülle die Kriterien des Landes nicht, betont Luthe. Gleichwohl aber erfülle sie den Bedarf der Eltern. Darauf richte der Verein am Standort Kleinenbremen den Fokus. Belastbarer Finanzplan soll her Ob die Aktiven nun mehr Geld pro Jahr bekommen, hängt vom politischen Votum vor der Sommerpause ab. Derzeit zeichnet sich aber ab, dass die Politik mindestens mehrheitlich Ja sagen wird. Geknüpft an einen belastbaren Finanzplan, „damit wir nicht in ein paar Monaten wieder hier stehen und Geld nachschießen müssen“, betont Karl Erich Schmeding. |
