Neuer Interimsgeschäftsführer wird Daniel Schmidt. Der Ingenieur ist bereits technischer Leiter der Einrichtung. Der Wechsel findet mitten in der entscheidenden Phase zur Klärung der Zukunft des Bergwerks statt.

Dr. Tanja Hasselberg verlässt das Bergwerk zum 1. Juni. Sie war dann etwas mehr als zwei Jahre als Geschäftsführerin im Amt.

Porta Westfalica-Kleinenbremen. Für das Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen geht es aktuell um nicht weniger als die Zukunft. In den kommenden Wochen soll der millionenschwere Antrag auf Förderung eines neuen touristischen Konzepts für die Einrichtung beschieden werden. Ohne das Fördergeld wird es schwer, das Museum inhaltlich neu auszurichten und für die Öffentlichkeit attraktiver zu machen. Eine, die maßgeblich an den neuen inhaltlichen Schwerpunkten gearbeitet hat, ist Geschäftsführerin Dr. Tanja Hasselberg. Sie kam vor genau zwei Jahren an Bord. Und ausgerechnet in der spannendsten und wichtigsten Phase der Antragsstellung wird sie das Schiff nun wieder verlassen. Wie der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Florian Staab, am Freitagmorgen mitteilte, tritt Hasselberg Anfang Juni eine neue Stelle an. Das Besucherbergwerk muss zunächst wieder mit einer Übergangslösung auskommen.

Technischer Leiter übernimmt

„Ab dem 1. Juni wird Daniel Schmidt, der derzeitige technische Leiter der Einrichtung, die Interimsgeschäftsführung übernehmen“, erklärt Staab. Schmidt und Hasselberg standen für das Pressegespräch am Freitag nicht zur Verfügung. Der 36-jährige Bergbau-Vermessungsingenieur ist seit vergangenem Jahr Teil des Mitarbeiterteams und eigne sich wegen seiner beruflichen Erfahrung „gut für die Zeit des Gebäudeumbaus“, findet Staab. Denn für diesen Teil der Umstrukturierung des Besucherbergwerks haben Stadt Porta und Kreis Minden-Lübbecke als Gesellschafter bereits einen positiven Förderbescheid erhalten.

„Kein Weggang im Zerwürfnis“

Die Gesellschafter seien nun bemüht, den personellen Wechsel in der Umbruchphase so reibungslos wie möglich zu gestalten. Dabei sei wichtig, zu betonen, dass Tanja Hasselberg im Einvernehmen mit Stadt und Kreis die Einrichtung verlasse. „Wir sind einerseits traurig, eine so engagierte und kompetente Geschäftsführerin zu verlieren, verstehen aber auf der anderen Seite den Schritt“, betont Landrat Ali Dogan (SPD) in einem Pressegespräch. Es sei kein „Weggang im Zerwürfnis“. Das zeige auch der Wille, die Geschäftsführerin per Auflösungsvertrag früher aus dem Vertragsverhältnis zu entlassen. Ganz weg ist Hasselberg aber ab dem 1. Juni noch nicht. Sie wird per Teilzeitvertrag bis Ende Juli weiterhin einen Tag pro Woche in Kleinenbremen sein, um die Übergabe zu gestalten.

Daniel Schmidt übernimmt interimsmäßig ab 1. Juni als Geschäftsführer. - © privat

Auch Portas Bürgermeisterin Anke Grotjohann (Grüne) bedauert den nahenden Abschied von Hasselberg. „Sie hatte ein Füllhorn an guten Ideen und hat davon vieles umgesetzt. Ohne sie wären wir jetzt nicht an dem Punkt, wo es so gute Aussichten auf eine hohe Fördersumme gibt“, betont Grotjohann. „Das Besucherbergwerk gehört zu Porta und dem Kreis. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Kommunen.“

Sogar eines, das für ganz OWL gelte, ist Oliver Gubela vom Amt für Strukturentwicklung des Kreises überzeugt. Er ist seit Jahren an der Entwicklung des Besucherbergwerks beteiligt und sieht viele Potenziale für die Einrichtung: unter anderem die Nähe zu Niedersachsen. „Hier können für die typische Wochenendreise mehrere Attraktionen verbunden werden“, sagt er. Das gelte sowohl für niedersächsische Städte wie Bückeburg und andere Kommunen als auch für Porta Westfalica mit Bergwerk, Kaiser-Wilhelm-Denkmal und anderen Anlaufpunkten.

Schon einmal eine Interimslösung

Dieses Potenzial erkannte auch Dr. Tanja Hasselberg, als sie im April 2023 die Geschäfte vom damaligen Interimsgeschäftsführer Dietmar Lehmann übernahm. Eine solche Schwebephase, wie sie jetzt ansteht, gab es nämlich schon einmal, als der damalige Geschäftsführer Mirko Ignatz den Dienst in Porta quittierte. Das seien aber deutlich unruhigere Zeiten gewesen, betont Florian Staab. Der jetzige Wechsel erfolge harmonischer und mit mehr Vorlaufzeit. Gleichwohl schwingt unterschwellig der Wunsch mit, dass Besucherbergwerk und Museum personell in ruhigere Fahrwasser kommen.

Der designierte Interimsgeschäftsführer Daniel Schmidt komme aus der Region und habe bereits einige Bergbauprojekte auf Schaumburger Gebiet begleitet. „Er ist ein Ingenieur mit einem Faible für Bergbau“ schildert Staab. Schmidt bekomme zunächst einen Vertrag für sechs Monate. „Je nach Ausgang des zweiten Förderantrags können die Gesellschafter im Anschluss sehr genau formulieren, welche Ansprüche sie an den neuen Geschäftsführer der Einrichtung haben.“ Der könne sowohl museal als auch kaufmännisch oder sogar technisch sein. Florian Staab lässt dabei durchblicken, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass aus der Interims- eine Dauerlösung werden könnte. Das hänge aber ganz stark davon ab, wie sich Besucherbergwerk und Museum weiterentwickeln werden.

Fördersumme nochmal deutlich gestiegen

Sollte auch der zweite Förderantrag positiv beschieden werden, würden übrigens nochmal deutlich mehr Gelder nach Porta gehen als zunächst angenommen. Wie Landrat Dogan erklärt, seien die Fördersummen aufgestockt werden: „Wenn alles gut geht, fließen hier rund elf Millionen Euro bei einem Eigenanteil der Gesellschafter von gerade mal 1,8 Millionen Euro nach Porta“, sagt der Landrat.

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