Die Stadt Porta Westfalica wird nun doch früher beim Breitbandausbau berücksichtigt. Als erstes ist Kleinenbremen dran, im Sommer könnten bereits die bagger anrollen, um wie hier bei Sehnde in Niedersachsen die neuen Leitungen zu verlegen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa © (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Porta Westfalica-Kleinenbremen. So manche Entwicklung in Portas Ortsteilen ist deutlich weiter, als die digitale Infrastruktur eigentlich hergibt. Die Dorffunk-App in Nammen ist ein solches Beispiel. Was nützt dieses Angebot, wenn die Anwohner schon beim Laden der App verzweifeln, weil die Internetversorgung längst nicht mehr dem heutigen Stand entspricht?

Zumindest für das Nachbardorf Kleinenbremen gibt es nun überraschende und vor allem positive Signale: Weil der Start des Breitbandausbaus im Norden des Mühlenkreises offenbar deutlich besser anlief als erwartet, hat die Baufirma nun Kapazitäten frei. Die will sie nach Informationen der Stadtverwaltung in Kleinenbremen einsetzen, um doch schon in diesem Jahr mit dem Ausbau zu beginnen.

Nach den Sommerferien könnte es soweit sein. Das sah bis vor Kurzem noch ganz anders aus. Als Portas Politiker die Nachricht erhielten, dass der Ausbau – anders als zunächst geplant – von Norden nach Süden verlaufe, fühlten sich viele vor den Kopf gestoßen. Immerhin hieß es ganz zu Anfang, dass Porta eine der ersten Kommunen sein sollte, die vom schnellen Internet nahezu flächendeckend profitieren könne. Die Politik hatte sich bereits damit abgefunden, dass genau der umgekehrte Fall eintreten sollte und frühestens ab 2022 merkbar schnelleres Internet zur Verfügung stehen könnte – bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

Und nun alles zurück auf Anfang? Das hängt davon ab, wie viele Kapazitäten das Unternehmen Internexio, das die Ausschreibung für den Ausbau gewonnen hatte, tatsächlich frei hat, erklärt ein Mitarbeiter des Unternehmens im MT-Gespräch. Bisher liege man leicht vor dem Zeitplan.

Sicher ist nach jetzigem Stand nur, dass das Unternehmen Anfang Juni die Anwohner aus Kleinenbremen mit Postkarten anschreiben will, die für den geförderten Ausbau in Frage kommen. Gefördert heißt, dass kein Telekommunikationsunternehmen in diesem Gebiet einen Ausbau angemeldet hat und sie damit als unterversorgt gelten. Auf den Postkarten wird auch ein Termin für eine Infoveranstaltung stehen.

In Kleinenbremen gibt es derzeit etliche Straßenzüge, die mit weit unter 100 Megabit pro Sekunde versorgt sind. 583 Haushalte könnten alleine in Kleinenbremen von dem Ausbau profitieren, wenn sie sich bei der Firma melden, erklärt der Internexio-Mitarbeiter. In ganz Porta Westfalica gelten 1711 Haushalte als unterversorgt und förderfähig.

Wichtig sei, dass die betroffenen Haushalte sich innerhalb einer bestimmten Frist, die nach dem Anschreiben per Postkarte beginnt, beim Unternehmen melden. Dann betrage der einmalige Baukostenzuschuss pro Haushalt nämlich 100 Euro, „nach der Frist wird es teurer“. Anwohner könnten sich auch jetzt schon mit Internexio in Verbindung setzen.

Verbunden mit dem Hausanschluss, den Internexio legen wird, ist dann auch zwingend ein Zwei-Jahres-Vertrag – als Ausbausicherheit für das Unternehmen. „Wer mit der Telefonie wechselt, für den übernehmen wir alle Kündigungsvorgänge“, betont der Mitarbeiter. Die würden so gestaltet, dass kein Haushalt zwei Verträge parallel bezahlen müsse, verspricht die Firma. „Und sollte es so sein, dass ein Alt-Vertrag noch läuft und wir die Bauarbeiten bereits abschließen, können die Kunden unseren Anschluss so lange kostenlos nutzen“, sagt der Mitarbeiter. Alle weiteren Informationen finden potenzielle Nutzer des Breitbandausbaus auf www.internexio.de. Ob es ein Büro in Porta Westfalica während der Ausbauphase geben wird, wisse er nicht. Doch vieles spreche dafür, dass es womöglich im Rathaus in Hausberge eine Anlaufstelle geben könnte.

Ab dem Spätsommer könnte dann Bewegung in die Sache kommen. Doch scharf geschaltet wird die schnelle Leitung erst, wenn die Hauptleitung gebaut wird. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es aber noch nicht.


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